Dem Rohrbacher Rasen fehlt Länderspielreife
Traum vom Fußball-Event ist geplatzt: DFB sagt geplante Partie im U17-Vier-Länder-Turnier ab
Im September sollte in Rohrbach ein Juniorenländerspiel ausgetragen werden – vom örtlichen Sportverein auf der städtischen Sportanlage in den Königswiesen organisiert. Mittlerweile wurde die geplante Partie Israel gegen Niederlande aber vom DFB abgesagt, weil der Rohrbacher Rasen die Anforderungen nicht erfüllt. Von SZ-Redakteur Manfred Schetting
Rohrbach. Markus Neu ist mächtig enttäuscht. „Unser Länderspiel fällt flach, alle Vorbereitungen waren für die Katz“, sagt der Jugendleiter des SV Rohrbach. Am 20. September sollte auf dem Rasenplatz in den Königswiesen ein U17-Länderspiel zwischen Israel und den Niederlanden ausgetragen werden. Doch die Partie im Rahmen eines U17-Vier-Nationen Turniers, das im September im Saarland stattfindet, wurde abgeblasen. „Die Platzqualität der Sportanlage entspricht nicht den Anforderungen, die der DFB an die Austragung eines Juniorenländerspiels stellt“, hat der Fußball-Bund dem SV Rohrbach mitgeteilt.
Im Mai hatte das noch anders ausgesehen. Damals besichtigte eine Platzkommission das Spielfeld in Rohrbach. Neben Vertretern vom SV Rohrbach und der Stadt St. Ingbert waren auch Experten des DFB, des Saarländischen Fußballverbandes und der Polizei dabei. Letztere wegen der Sicherheitsvorkehrungen, die Spiele mit einem Team aus Israel erfordern. Diese zu erfüllen, war kein Problem. Nur der Rasen machte auf Anhieb Sorgen. „Kahle Stellen in den Strafräumen wurden moniert“, erinnert sich Markus Neu. Doch weil das bisschen Grün keine hohe Hürde sein konnte und ansonsten Einigkeit über das geplante Länderspiel herrschte, schob der Rohrbacher Jugendleiter die lokale Organisation des Sport-Events an, das mindestens 1000 Zuschauer anlocken sollte. „Der Musikverein probte schon die Nationalhymnen.“
Rollrasen war Pflicht
Auch in den folgenden Wochen erlebte aber Katrin Lorscheider von der Stabsstelle Vereine, Sport und Städtepartnerschaften im St. Ingberter Rathaus, wie genau es der DFB mit den Anforderungen an einen Länderspiel-Rasen nimmt. „In Rücksprachen mit der DFB-Zentrale in Frankfurt wurde unmissverständlich klar gemacht: Der Rasen muss zeitnah in Ordnung gebracht werden, und zwar mit Rollrasen.“ Also holte das Rathaus Angebote ein, was solche Maßnahmen kosten würden, die über die normale Pflege des Rohrbacher Platzes hinausgehen.
Am 1. Juli teilte die Stadt dem DFB schriftlich mit, dass das Stück Rollrasen mit rund 5700 Euro zu Buche schlagen würde, vier Masten für Hissfahnen, die es in den Königswiesen nicht gibt, mit zusätzlichen 1200 Euro. Weil der DFB auf beiden Anschaffungen bestand, bat die Stadt den Fußball-Bund seinerseits die entsprechenden Kosten zu übernehmen.
Dazu war man in Frankfurt offenbar nicht bereit. Schon vier Tage später flatterte dem SV Rohrbach eine Absage auf den Tisch. Das U17-Spiel Israel gegen Niederlande werde nicht nach St. Ingbert vergeben, dennoch danke man für das Engagement und Interesse, dem Jugendfußball eine Bühne zu bieten, auf der er sich präsentieren könne. Von den Kosten, die das St. Ingberter Rathaus aufzeigte, war in dem Brief keine Rede.

| Erschienen:17.07.2010 / SZR / IGB_LOK / CLOK62_1 |
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| Ressort:Lokales | ||
| Textname:ibigbländerspiel.ART |
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